Unser zweites Mädl ermöglichte uns, dass wir abermals einen Familiensommer im schönen Norden verbringen durften. Lange war das Ziel ungewiss, aber dann haben wir uns doch erneut für Skandinavien entschieden, einfach weil wir es so lieben und unser Herz für den Norden schlägt. Gestartet sind wir dieses Mal am 07.07.2025 und wir hatten in etwa 8 Wochen Zeit.
Pläne hatten wir tatsächlich wieder keine und Erwartungen noch viel weniger. Das Leben hat uns schon viel gelehrt und nun waren wir ja auch das Reisen mit Kind schon gewohnt. Dennoch hat man kleine Ziele/Wünsche im Kopf. Wir wollten uns treiben lassen, wollten ein paar Freunde besuchen/treffen, wollten Fische fangen, etwas wandern, ein bisschen laufen und der Wunsch Fels unter die Finger zu bekommen war natürlich schon sehr präsent.
So geht es mit unserem neuen Dach, voll bepackt und voller Vorfreude um 17.30 Uhr in Grinzens los. Ein Pizzazwischenstopp in Lermoos und dann geht es bis auf eine Schrecksekunde (wir dachten das Kinderfahrrad sei weg) und einer etwas unentspannten kleinen Maus sehr gut bis nach Wedemark (in der Nähe von Hannover). Hier verbringen wir eine kurze (02.30 Uhr – 06.30 Uhr), aber gute Nacht. Der Parkplatz ist perfekt, auch am Morgen haben wir Sonnenschein und Wald zum Erkunden. So geht es dann entspannt die letzten Meter bis nach Travemünde, wo wir in der Nähe vom Fährhafen beim Silkteich einen schönen Tag verbringen. Mit der Nils Holgersson Fähre geht es am Abend mit zwei braven, aber erledigten Kindern los in Richtung Schweden, welches uns am Morgen mit Sonne begrüßt und wir am ersten Rastplatz mit Spielplatz und Meer einfach nur dankbar dafür sind, 8 Wochen ohne viel Plan, aber viel Zeit vor uns zu haben.

Der geplante Start mit 3 Nächten am Campingplatz Ivö Camping ist die absolut richtige Entscheidung, wir können als Familie sehr entspannt ins Josi-Nana (unser Auto 😊) Leben reinkommen. Das Bouldergebiet ist abermals ganz nett und das Wetter testet uns dann auch gleich. Eine Gewitterböe zerstört unsere Markisenhalterung, welche leider nicht reparierbar war und so geht es am schnellsten Weg mit Markise im Auto in Richtung Ferienhaus von Steffi und Martin, wo die Ersatzteile geliefert werden sollen. Die Reise zum Ferienhaus in Ramsberg funktioniert gut und wir feiern ein Revival mit Clemens, Sandra und Nachwuchs. Wir genießen wie schon vor 3 Jahren die Zeit bei Steffi, Martin und Junior sehr, pflücken Heidelbeeren und machen sogar Marmelade für die Reise, fahren mit dem Boot, angeln, schwimmen, planschen, saunieren und spielen Kubb. Danke euch abermals für die unvergesslichen schönen Tage in eurem kleinen Paradis. Die Teile kommen zeitnah und die Markise kann wieder aufs Auto. So geht es dann am 17.07 weiter in den Norden. Ganz nach dem Motto Treiben lassen, ist für uns nach der Wetterberichtrecherche klar, dass wir in den Norden müssen. Da im Norden Reisen einfach keinen Mühen macht haben wir die Reisetage tatsächlich eher als Badetage abgespeichert, denn jede Pause wird bei sehr warmen Temperaturen bei einem schöneren See als dem anderen, meist fast allein, genutzt. Luxus pur und so sind wir zwei Tage später bei Mosjoen, eigentlich mal als eventueller nördlichster Punkt gedacht, war dann nicht so 😊 In Mosjoen gibt es jedenfalls eine neue Angel für Felix. Beim Einweihen der Angel beißt dann gleich mal ein Dorsch und unsere Große möchte ihn rauskeschern, dabei macht sie allerdings an den Scheren einen Abgang und landet im Wasser. Zum Glück geht die Situation gut aus und was in Erinnerung bleibt, ist, dass es sich am Meer und Wasser auszahlt immer sehr vorsichtig zu sein.

Aufgrund des Hochs im Norden beschließen wir dieses Jahr Sandnessjoen und Donna mitzunehmen und es war die beste Entscheidung. Wir müssen zwar teilweise aus der Sonne fliehen, weil es viel zu heiß ist, sagen manche geplanten Wanderungen ab und sind stattdessen auf den wunderschönen Sandstränden, weil außer Baden alles zu heiß ist. Den Fischen ist es zum Glück nicht zu heiß und sie beißen gerne und viel, vor allem wenn die Große das „Fisch-halt-dich-fest“-Lied singt. Meist finden wir schattige Schlafplätze, wenn jedoch nicht, ist es tatsächlich zu warm im Bus und die Kids können auch vor 23.00 Uhr nicht schlafen und alle sind um 06.00 wieder wach, die Sonne geht ja quasi nie unter und das kann bei 30 Grad dann auch anstrengend sein. Wir reklamieren allerdings nicht und genießen das Wetter und machen stattdessen eine traumhafte und absolut gelungene Abendwanderung auf den Akvikfjellet.
Nach Donna geht es dann ein Stück weiter nördlich bis Svartisdal, wo wir am nächsten Tag bis zum Svartisen Gletscher gehen möchten. Wir lernen am Freicampingplatz, der einen tollen Spielplatz zu bieten hat, eine sehr nette Schweizerfamilie kennen. Mit ihnen gehen wir am nächsten Tag dann mehr oder weniger gemeinsam zum Svartisen Gletscher, was der Start einer sehr schönen gemeinsamen Woche war. Eine kurze Bootsfahrt und eine schöne Wanderung erwarten uns an diesem Tag. Es ist sehr warm, die Kids sind aber superbrav und schlussendlich geht Felix die letzten Meter alleine bis direkt zum Fuße vom Gletscher, damit wir keinen Stress haben, das Boot zurückzuerwischen. Wir fahren dann am Abend mit den Schweizern noch ein Stück in Richtung Norden, bis fast zum Polarkreis. Die nächsten Tage sollten wettertechnisch nicht so gut werden. Gemeinsam mit den Schweizern machen wir aber das Beste draus und haben eine sehr schöne Zeit gemeinsam. Sind viel erfolgreich angeln, wandern, Fahrrad fahren und erkunden sogar das größte Höhlensystem in Skandinavien. Die Mädls verstehen sich super, sind ja auch nur einen Tag hintereinander auf die Welt gekommen. In Bodo nehmen wir dann eine gemeinsame Airbnb Unterkunft für 2 Nächte, was Felix gut arbeiten lässt und auch das regnerische Wetter kann gut vorbeiziehen. Zum Abschluss einer sehr spontanen und mehr als nur gelungen Woche gehen wir dann alle gemeinsam sogar noch klettern und es macht richtig Spaß Fels zu spüren und sich an der Wand zu bewegen und danach beenden wir den Traumtag mit baden noch an einem schönen See, an dem wir auch schlafen und uns dann von den Schweizern verabschieden, die am nächsten Tag zu den Lofoten starten.

Wir starten am nächsten Tag nach Festvag, wo es auch ein Klettergebiet gibt, das allerdings andere Temperaturen benötigt, denn die Schlechtwetterfront ist Geschichte und es ist wieder sehr warm. So geht es dann für uns noch weiter nach Kjerringoy, eine Halbinsel nördlich von Bodo, welche unfassbar schön ist. Wir genießen die Landschaft, die fischreichen Gewässer und die leeren weißen Sandstrände. Badeurlaub Deluxe mit frischgefangenem Fisch, besser geht nicht. Nach Kjerringoy wollen wir das vielleicht letzte schöne Wetterfenster nutzen und beschließen nach Gjerdalen zu fahren, um dort auch den 4. Geburtstag zu feiern. Die aufleuchtende Kontrollleuchte vom Airbag macht die Fahrt dort hin etwas unentspannt, wir beschließen dennoch, erst nach Gjerdalen in die Werkstatt zu fahren und die Entscheidung war die richtige. 2,5 Tage, kein Handyempfang, Boulderblöcke sowie Wanderungen vom Schlafplatz erreichbar und ein sehr gelungener 4. Geburtstag bei starkem Wind, was ein Frühstück im Bus erforderte. Wir können dieses einsame Tal uneingeschränkt weiterempfehlen, da es landschaftlich genial ist und die Ruhe und Möglichkeiten, die es bietet, einem einfach entspannen lässt.

Nach einem kurzen Werkstattbesuch in Bodo, den Felix auch zum Arbeiten nutzen kann, geht es dann tatsächlich in Richtung Süden, denn es ist ja schon Halbzeit von der Reise und auch das Wetter soll im Süden eher beständiger sein. Den Wind aus Gjerdalen nehmen wir dann für ein paar Tage mit. Das Wetter bleibt etwas unbeständiger, der Wetterbericht ist allerdings meist ziemlich genau und so können wir das Beste draus machen und sind nochmal viel angeln und wandern. In Glomfjord besuchen wir das gut beheizte Schwimmbad und sind zudem begeistert, dass die Schuhe beim Eingang ausgezogen werden, so können sich auch Kleinkinder auf sauberen Böden in der Umkleide bewegen, macht alles viel einfacher. Außerdem fängt unsere Große bei Agskardet mit ihrer pinken Angel ihren ersten Dorsch, sie ist so stolz. Die 13 Jahre alte und noch originale (!) Zweitbatterie von Josi-Nana wird in dieser Zeit auch immer schlechter und die Standheizung kann nicht mehr so gut benutzt werden, was beim nassen Gewand schon oft praktisch wäre, aber wir nehmen es hin und wollen die neue Batterie erst zu Hause kaufen. Bei Levang verbringen wir 2 Tage an einem einfachen, aber tollen Campingplatz mit Angelmöglichkeit. Die Kids brauchen einfach nochmal eine Pause bevor wir die Reisetage angehen. Die Reisetage funktionieren super und wir kommen immer mehr in den Bereich wo es wieder Boulderfelsen und Kletterfelsen gibt. Bouldern läuft mit den Kids gut, Steffi ist allerdings nach wie vor nicht so erfreut am Bouldern. Seilklettern funktioniert viel besser als gedacht, sofern wir es schaffen einen Schlafplatz in der Nähe vom Klettergebiet zu finden und so die Schlafzeiten von der Kleinen perfekt zu nutzen. Die Große ist mit ihren Hörspielen sehr glücklich und ermöglicht uns ein paar wirklich schöne Klettertouren. In manchen Gebieten kommt auch sie auf ihre Kosten, weil es leichte Touren gibt. Wir fahren über Oppdal, Lillehammer, Gjovik, Rade, Hyggen bis nach Sandvika (Oslo) und kommen in dieser Zeit wirklich gut auf unsere Kletterkosten. Wir machen auch viele kleine Wanderungen, nur das Angeln geht in dieser Gegend leider nicht mehr. Bei Lillehammer verbringen wir auch einen Tag in einem Streichelzoo, super Highlight für die Kids und bei Rade besuchen wir den Trollweg von Risseloypa, was echt total nett angelegt ist und den Kids sehr gut gefällt. Die Schlafplatzsuche wird je weiter südlich und je näher bei Oslo umso schwerer und das easy Vanlife, was wir kennen, ist plötzlich nicht mehr da. Dennoch sind die Plätze dann immer ok, aber wir müssen immer sehr lange suchen, was mit zwei Kids schon mühsam sein kann.
Bei Sandvika treffen wir dann eine Studienfreundin von Steffi und verbringen mit ihr und ihrem Nachwuchs einen wunderschönen Tag bei Saeteren, ein toller Waldparcourspielplatz, und anschließend gibt es noch selbstgemachte Pizza, bevor es am Abend dann noch ein Stück weiter in Richtung Telemarkskanal geht. Danke Mathilde und Fred für eure Gastfreundschaft, eure Skistöcke und den unkomplizierten schönen Tag.

Die Tage sind schon fast gezählt und wir genießen die letzte Woche in Norwegen noch in vollen Zügen. Die Schlafplätze sind wieder super schön und viel einfacher zu finden, das Wetter ist traumhaft, wenn auch schon der Herbst grüßen lässt, lädt aber dennoch auch noch zum Planschen ein und bis auf die kalten Nächte ohne Standheizung bleiben nur schöne Momente in Erinnerung. In Kongsberg bekommt man auch ohne Probleme Gas, sofern man deutlich vor Ladenschluss ankommt 😊 Die Batterie wird immer schwächer, bis sie auch den Kühlschrank nicht mehr ausreichend versorgen kann, zum Glück sind die Nächte kühl genug, um das Essen draußen zu lagern, das gefällt den Waldmäusen allerdings auch. In Kristiansand gehen wir dann nochmal shoppen und die Kids spielen am Spielplatz und der Schlafplatz in der Nähe mit Brombeeren und Meer könnt zum Abschluss deutlich schlechter sein.
Die Fährfahrt Kristiansand-Hirtshals ist dank Spielecke und Outdoorspielplatz sehr kurzweilig und wir kommen ganz nach Plan am Campingplatz Klitgard an. Der Campingplatz ist noch besser als erwartet. Der Spielplatz ist einfach nur genial, der beheizte Swimmingpool wird auch öfters besucht, die Tiere zum Streicheln und Füttern oder nur anschauen sind sowieso das Highlight, genauso wie das kostenlose Reiten und die Dünen mit einer beeindruckenden Treppe zum Meer runden das Gesamtpaket perfekt ab. Tja, da dachten wir nach dem Besuch im Oceanarium bei Hirtshals, wir bringen die Josi-Nana mal ein paar Tage in die Werkstatt und verlängern den Urlaub ein bisschen. Mit der großartigen Unterstützung der Campingplatzbesitzer und der hilfsbereiten Werkstatt, können wir den ungeplant verlängerten Aufenthalt tatsächlich noch sehr genießen, zudem das Wetter dann doch deutlich besser ist als gemeldet. Am 02.09 geht es dann aber doch endlich nach Hause. Mit einem wunderschönen Zwischenstopp in Niederbachem bei Basti und Nina geht es ansonsten zügig bis nach Grinzens, wo wir in der Nacht von 04.09 auf 05.09 ankommen und unsere Große kurz vor zu Hause wach wird und sehr glücklich sagt: „Jetzt erkennen meine Augen ja wieder alles, so schön.“
Ja nach 8 Wochen ist es tatsächlich einfach nur schön wieder nach Hause zu kommen.

Reisen 2 Kids vs. 1 Kind
Für uns war die Reise tatsächlich noch erholsamer als die Reise mit nur einem Kind. Ganz einfach deshalb, weil wir das Reisen mit Kind schon kannten und genau wussten was uns erwartet und die eine Person mehr macht kaum noch einen Unterschied, zudem die Kids ja, obwohl sie noch so klein sind, auch miteinander spielen und sich beschäftigen. Natürlich muss man Schlafenszeiten etc. vielleicht etwas besser planen, aber da war unser Glück, dass die Kleine sehr unkompliziert war, was das Schlafen betrifft und auch eine gute Autofahrerin war und die Große mittlerweile eben auch. So waren die Autofahrten tatsächlich sehr oft unsere Zeiten zum Runterkommen und Erholen, da mal nicht geplappert wurde, etwas zerlegt wurde, sich in Gefahr gebracht wurde oder sonstige Bedürfnisse gedeckt werden mussten. Am Anfang war es etwas anstrengend, da die Kleine immer zwischen 06.00 und 07.00 Uhr wach war und gleich mal rauswollte. Das hat sich aber zum Glück gelegt und sie kam in den Urlaubsmodus rein und hat meist auch etwas länger geschlafen, sodass man nicht um 06.00 Uhr in die Kälte raus musste.
Was uns bei dieser Reise sehr viel Ruhe und Ausgleich gegeben hat, war bestimmt auch die Tatsache, dass wir es geschafft haben, dass wir regelmäßig laufen gegangen sind. So haben wir uns immer abgewechselt und wenn es die Umstände und der Schlafplatz zuließen ging einer von uns, sobald die Kids schliefen; 30 Minuten joggen (das ging sich auch ohne Steffis Milch aus😉). Diese halbe Stunde war so wertvoll, zum einen, einfach mal Zeit für sich, zum anderen konnte man sich einfach gut auspowern und nebenbei hat man meist noch wunderschöne Gegenden erforscht.
Bei der ersten Reise hatten wir ein Krabbelkind mit dabei, dieses Mal ein Kleinkind das schon Laufen konnte. Wir haben davor oftmals diskutiert, was denn wohl besser sei. Nach der Reise, vor allem im Norden wo es dennoch, trotz Traumwetter, öfters auch feucht und nass war, können wir ohne zu überlegen sagen, dass es für uns angenehmer war, dass die Kleine bereits laufen konnte. Man ist einfach doch viel weniger am Boden unterwegs, was durchaus viele Vorteile hat. Es werden etwas weniger Steine und sonstige Dinge gefunden, die in den Mund gestopft werden können und die Kids sind nicht sofort überall nass, wenn es regnet, da das Gatschgewand laufende Kinder einfach noch besser trocken hält als krabbelnde. Zudem war unser Glück, dass die Kleine noch nicht lange davor das Gehen gelernt hat, so war sie so zufrieden, weil sie die Welt endlich stehend erkundschaften konnte.

Fazit
Es war abermals eine unfassbar schöne Familienzeit die uns nie mehr jemand nehmen kann und die wir wirklich in vollen Zügen genossen haben und die paar Kleinigkeiten am Auto konnten uns dieses Mal tatsächlich nicht aus der Ruhe bringen und all das, was wir uns gewünscht haben, durften wir erleben und noch viel mehr. Kaum Mücken oder Knots (warum auch immer), das Wetterglück, die Freunde die wir getroffen haben und kennen lernen durften, die Unbeschwertheit, die Flexibilität, die terminlose Zeit, die ungeplante Reiseroute, die tollen Landschaften, die einsamen Plätze, die Tierwelt, die Beerenwelt, die Kletterfelsen, die Berge, Höhlen und Hügeln, die leeren Strände, die fischreichen Ufer, die einfache und unkomplizierte Art zu Leben in nur wenigen Quadratmetern oder unendlichen Quadratmetern, je nach Perspektive, die Entwicklung der Kinder, die Zeit für UNS 4,…nichts ist für uns wertvoller, als all das und wir sind unendlich dankbar, dass wir den Luxus haben, uns diese Auszeit zu nehmen und einfach WIR sein zu können. Was bleibt sind die Bilder und Videos am PC und noch viel mehr die Erinnerungen und Emotionen in unseren Köpfen.




























































































